Eine 60-Watt-Glühbirne liefert 600 Lumen. Eine Vollmondnacht hat 0,25 Lux. Ein sonniger Sommertag um die 100.000 Lux. Wenn man die drei Kennzahlen einmal verstanden hat, wird die Lichtplanung überraschend geradlinig. Wir erklären sie mit Beispielen aus der Praxis.
Lumen — was aus der Leuchte rauskommt
Lumen (lm) ist die einfachste der drei Zahlen. Sie misst den gesamten Lichtstrom, den eine Leuchte abgibt — unabhängig davon, wo das Licht hin geht. Wenn im Datenblatt steht „16.000 Lumen", dann strahlt die Leuchte insgesamt diese Lichtmenge ab. Ob das Licht auf 800 m² Reithallen-Boden verteilt wird oder auf 20 m² Werkstatt, macht Lumen egal — der Wert ändert sich nicht.
Zum Vergleich: eine klassische 60-W-Glühbirne liefert ca. 600 Lumen. Eine LED-Deckenlampe im Büro (30 W) etwa 3.000 Lumen. Unsere HB Sunny G3 (100 W) kommt auf 16.000 Lumen — das entspricht ungefähr 27 Glühbirnen bei einem Fünftel des Stromverbrauchs.
Lux — was auf der Fläche ankommt
Lux (lx) ist die praktisch relevante Zahl für die Beleuchtungsplanung. Ein Lux ist definiert als ein Lumen pro Quadratmeter. Also: wenn 16.000 Lumen gleichmäßig auf 100 m² verteilt werden, ergibt das theoretisch 160 Lux. In der Praxis verliert man durch Streuung, Absorption und Verluste ca. 40–50 % — deshalb rechnen Lichtplaner mit einem Nutzfaktor zwischen 0,4 und 0,7.
Was hell heißt — als Orientierung:
- Vollmondnacht: 0,25 Lux
- Straßenbeleuchtung: 5–15 Lux
- Wohnzimmer abends: 100 Lux
- Milchviehstall Grundbeleuchtung: 150 Lux (EN 12464-1)
- Reithalle Training: 150 Lux (DIN 67526)
- Büroarbeitsplatz: 500 Lux
- Werkstatt für Präzisionsarbeit: 750 Lux
- Sonniger Tag im Freien: 30.000–100.000 Lux
Der interessante Punkt: Reithallen brauchen nach DIN 67526 nur 150 Lux — das ist weniger als ein durchschnittlicher Bürogang. Der Grund liegt in der Fläche: eine 20×40 m Reithalle hat 800 m² zu beleuchten. Um 150 Lux mit einem Wartungsfaktor von 0,8 und einem Nutzfaktor von 0,6 zu erreichen, braucht man rund 250.000 Lumen — das entspricht 16 unserer HB Sunny G3.
Kelvin — Lichtfarbe und Stimmung
Kelvin (K) beschreibt die Farbtemperatur des Lichts. Niedrige Werte (2.700–3.000 K) sind warmweiß — vergleichbar mit einer klassischen Glühbirne oder Sonnenauf-/untergang. Mittlere Werte (4.000 K) sind neutralweiß — vergleichbar mit dem Tageslicht kurz nach Sonnenaufgang. Hohe Werte (5.700–6.500 K) sind kaltweiß bis tageslichtweiß — vergleichbar mit dem Mittagshimmel.
Was passt wo?
- Reithalle: 4.000 K ist Standard. Neutralweiß aktiviert Pferd und Reiter, verfälscht keine Farben.
- Stall / Milchvieh: 4.000 K für Arbeitsphasen, dimmbar auf 3.000 K für Ruhezeiten — nachweislich stressreduzierend.
- Turnier / Kamera-Aufzeichnung: 5.700 K für neutrale Video-Aufnahmen ohne Farbstich.
- Hof / Wegeleuchtung: 2.700–3.000 K warmweiß — angenehm für Anwohner, insektenfreundlicher.
Das Zusammenspiel — die Formel
Die drei Werte hängen so zusammen:
Anzahl Leuchten = (Fläche × Ziel-Lux) / (Lumen je Leuchte × Wartungsfaktor × Nutzfaktor)
Praxisbeispiel: Reithalle 20×40 m, Trainings-Niveau 150 Lux, mit HB Sunny G3 (16.000 lm):
(800 × 150) / (16.000 × 0,80 × 0,60) = 120.000 / 7.680 = 16 Leuchten
Diese Rechnung machen wir für jeden Lichtplaner-Auftrag, verfeinert durch Simulation in Relux — mit Berücksichtigung von Deckenhöhe, Reflexionswerten, Verschmutzungsgrad. Der berechnete Wert ist die Untergrenze für normgerechte Ausleuchtung.
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