Die DIN 67526 empfiehlt 150 Lux für Dressur-Training, 200 Lux für Springen und 400 Lux für Turnier-Beleuchtung. Aber Lux allein reicht nicht — Blendfreiheit, Farbwiedergabe und Gleichmäßigkeit entscheiden, ob Reiter und Pferd sicher arbeiten können.
Die Norm — DIN 67526 im Klartext
DIN 67526 „Beleuchtung von Sportstätten" definiert die Anforderungen an Reitsport-Anlagen. Für Reithallen gelten drei Nutzungsklassen:
- Klasse III — Training / Freizeitreiten: 150 Lux, Farbwiedergabe CRI ≥ 60
- Klasse II — Wettkampf regional: 200 Lux, Farbwiedergabe CRI ≥ 65
- Klasse I — Wettkampf national/TV: 400 Lux, Farbwiedergabe CRI ≥ 80
Die Norm gilt für die durchschnittliche horizontale Beleuchtungsstärke — gemessen 1 Meter über dem Reitboden. Wichtig: es gibt auch Anforderungen an die Gleichmäßigkeit (Uo ≥ 0,5 bzw. 0,6). Ein Wert von 400 Lux in der Mitte und 100 Lux an den Wänden erfüllt die Klasse I nicht — trotz hohem Mittelwert.
Warum Blendfreiheit über allem steht
Ein Pferd hat einen viel größeren Sichtwinkel als ein Mensch (fast 350°) und ist deutlich blendempfindlicher. Eine grelle Leuchte im peripheren Sichtfeld reicht, um ein Pferd unsicher zu machen — beim Springen führt das zu Verweigerern und Stürzen.
Die Optik der HB Sunny G3 ist deshalb speziell auf Blendfreiheit ausgelegt: das Licht wird kontrolliert nach unten gelenkt, kein Streulicht seitlich. Auch beim direkten Hochblick blendet die Leuchte nicht — das ist wichtig, weil Pferde im Sprung nach oben schauen.
Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) sollte für Reithallen unter 22 liegen. Unsere Hochhalleuchte erreicht UGR < 19 — das ist Wettkampf-Niveau nach Klasse I.
Deckenhöhe und Leuchtenauswahl
Die Deckenhöhe entscheidet über die Leuchtenwahl:
- Bis 6 m (Reitplatz-Halle, Sonderbau): Langfeldleuchten Slick E oder Slick RR
- 6–12 m (Standard-Reithalle, Springhalle): Hochhalleuchte HB Sunny G3
- Über 12 m (Turnierhalle, große Anlagen): individuelle Planung mit stärkeren Leuchten oder Doppel-Reihen
Die HB Sunny G3 ist in zwei Varianten verfügbar: ORN-100W (16.000 lm) für Training-Niveau, UFO-200WX (30.000 lm) für Turnier-Niveau. Beide passen in denselben Deckenraum, die Wahl richtet sich nach dem Ziel-Lux-Wert.
Konkrete Berechnung für zwei Hallen-Größen
Reithalle 20×40 m (800 m²) — Training 150 Lux nach Klasse III:
(800 × 150) / (16.000 × 0,80 × 0,60) = 16 Leuchten HB Sunny G3 (100 W)
Reithalle 20×60 m (1.200 m²) — Wettkampf 200 Lux nach Klasse II:
(1.200 × 200) / (16.000 × 0,80 × 0,60) = 32 Leuchten HB Sunny G3 (100 W) oder 17 Leuchten HB Sunny G3 (200 W UFO)
Reithalle 25×70 m (1.750 m²) — Turnier 400 Lux nach Klasse I:
Diese Größenordnung planen wir individuell — je nach Deckenkonstruktion, Bandenmaterial und Boden-Reflexionswert braucht es 45–55 Leuchten in optimierter Anordnung mit Relux-Simulation.
Anordnung — was in der Praxis funktioniert
Optimal ist eine gleichmäßige Rasteranordnung längs zur Bahn. Bei 20×40 m mit 16 Leuchten heißt das: 4 Reihen quer × 4 Leuchten längs, Abstand rund 5 m in Längsrichtung, 5 m in Querrichtung. Der Abstand zur Wand sollte halber Reihenabstand sein, damit die Ecken nicht abfallen.
Ganz wichtig: die Leuchten nicht über der Bande montieren, sondern in den Bahn-Bereich hinein. Sonst arbeitet man mit einem hohen Anteil Licht auf der Bande, die es gar nicht braucht — und die Reiter reiten im Schatten.
Steuerung — was sinnvoll ist
- Dimmbar (1–10 V oder DALI): für Wechsel Training / Wettkampf / Fotoshoot
- Zonen-Schaltung: längs-halbe Aufteilung — wenn nur eine Reit-Bahn genutzt wird, spart die andere Hälfte Strom
- Bewegungssensor: für Pausen zwischen Reitstunden — die Halle geht auf 30 % zurück, wenn 10 Minuten keine Bewegung war
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